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Eine fantastische Übung, die deinen Horizont erweitert, deine Kreatitivität steigert, dich mutiger macht und einen eklatanten Perspektivenwechsel herbeiführen kann. Möglich, dass deine Liste der „Unmöglichkeiten“ immer kleiner wird….

Soll heissen: Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen!

Mach´s doch einfach mal: Beschreibe deinen idealen Tag – jenseits aller materiellen und emotionalen Begrenzungen!

Kleiner Tipp: lass  das mit dem Tippen mal bleiben, die altmodische Zettel-Stift-Methode ist viiiieel wirkungsvoller – kann aber Spuren von guter Laune hinterlassen!

Ich mache diese Übung öfter, und jedesmal sieht mein idealer Tag anders aus. Mal grösser, mal kleiner. Mal verschneit, mal sonnig warm. Mal bin ich Superstar, mal das kleine aber feine, stille und private Glück.

Anregung gefällig? Na dann, hier ist er:

 

Mein idealer Tag

Morgens so gegen 4 Uhr. Ich liege muckelig warm in meinem Bett, die 4beiner schlafen noch tief neben mir verteilt, atmen ruhig und gleichmässig.

Noch ehe ich die Augen aufmache, merke ich, wie es kribbelt und prickelt im Bauch: Hey, wow – ein neuer Tag! 86400 geschenkte Sekunden, jede einzelne davon für mich! Spannung, Vorfreude!

Jaja, klar, der erste Gang führt für kleine Mädchen….;-) aber dort hängt ein Spiegel! Verschmitzt-vergnügt grinse ich das nicht mehr ganz so kleine, um diese Tageszeit ziemlich verknittert aussehende Mädchen an: na Stracke, was machen wir nun mit dem angebrochenen Tag?
Irgendeinen Unsinn auf Lager? Was hast du noch nie gemacht? Heute ist DER Tag dafür!

Okay, zum Warmlaufen erstmal die Routine. Aber dann: Pastinaken schälen! Zum aller-, allerersten Mal in meinem Leben!! Wow – ein Hochgefühl!
Da wirste alt wie ´ne Kuh und lernst immer noch dazu! Ich freue mich. Testlauf: nein, Hunde essen keine Pastinaken, ah, gut zu wissen. Alles für mich.

Gestärkt und voller Energie geht´s in den Vormittag: Ein Kundentermin steht an. Ich tauche in eine fremde Leidensgeschichte ein.
Nach 2 Stunden Telefonat sind die Tränen getrocknet, Verhaltensmuster erkannt, offengelegt, die Perspektive kräftig verschoben, Kundin lacht und wird mit neuer Kraft und ihren Hausaufgaben entlassen. Kontroletti folgt ein paar Tage später – ha!

Ich schnappe mir die Hunde und lasse mir bei einem Gang um den See den Kopf wieder freipusten.

So, nun ist ein bisschen herumalbern angesagt, spielen! Video vielleicht? Über Spargel, Lifestyle oder den Tod?
Darf´s ein bisschen bissig sein oder habe ich heute eher einen sanften Tag? Ich horche in mich hinein…..
Vielleicht doch lieber was schreiben?

Während ich noch überlege, geniesse ich. Die Möglichkeiten, die ich habe. Das Allein-Sein. Die Freiheit. Die Zeit. Das Da-Sein. Luxus pur.

Ist eigentlich alles mit „ei“ so fein? Ei, ei, ei! Wieder mal grinse ich vor mich hin, egal ob zwischen den Supermarktregalen oder inmitten anderer Passanten – wahrscheinlich sehe ich selten dämlich aus in solchen Momenten.
Daran habe ich schon wieder meinen kleinen Spass. Meinen „Privat-Spass“ nenne ich das. Der ist nur für mich – tut gut! 🙂

Abends ziehe ich nochmal los, Vortrag halten. Dieses Mal geht´s um Sinn und Zweck von Religion….oh, oh….da muss ich schwer aufpassen, dass ich mich ans Skript halte, sonst gehen mir die Pferde, nee, noch viel schlimmer: mein Mundwerk geht mit mir durch….muss ja nun nicht gehässig sein, aber der ein oder andere Seitenhieb….

Stehe ratlos vor dem Kleiderschrank….voll! und nix anzuziehen…Engelbert Strauss, Krähe, Mewa…Engelbert Strauss, Krähe, Mewa…
Nun ja, sollen die gucken oder hören und denken? Nochmal grinsen: Dresscode – am Arsch vorbei! 😀
Wieder der Einsatz für den Punkt: Freiheit geniessen!

Auch auf der Bühne: Bewegungsfreihet pur! Ich hatt´s ja geahnt, beim Reden fuhrwerkt – einmal warmgesprochen – mein ganzer Körper mit. Ein Hoch auf die Arbeitsklamottenhersteller!

Auftritt rum. Applaus von den Hartgesottenen, leicht angepiekste Gesichter bei den etwas zarter Besaiteten. Läuft bei mir unter: Voller Erfolg!

Ab nach Hause. Hunde an die Strippen und rein in den Wald. Und wieder: einfach nur geniessen. Die Dunkelheit. Die Einsamkeit. Die Stille. Die erfrischende Kühle der Luft.
Dankbarkeit, alles so wahrnehmen zu können.

Die Freude auf mein warmes Bettchen, auf die beruhigenden Körper der Tiere. Das Rudel kommt zur Ruhe.

Schon halb im Einschlafen bestelle ich beim Universum die nächsten 86400 Sekunden. Bitte, bitte, ich nähme sie gerne!

Das war nicht immer so, im Gegenteil…dankbar über die 180°Grad-Wende in meinem Denken und Fühlen kriege ich kurz vorm Einschlafen so gerade eben noch meinen letzten bewussten Gedanken mit:

Kann ein Tag idealer laufen??

Frieden.